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„ES“ ist nicht mehr erträglich

„ES“ ist nicht mehr erträglich. Was meint er wohl damit, werden Sie sich vielleicht fragen. Ganz einfach: Vor rund zwei Wochen habe ich es mir zugetraut, die Neuauflage – oder das Remake – des Gruselklassikers „ES“ im Kino anzuschauen. 

Zutrauen bleibt ein gutes Stichwort. Früher haben mich solche Gruselschocker – als filmische Unterhaltung – durchaus angesprochen. Gänsehaut und Spannung blieben garantiert, visuelle Erlebnisse mit Nachwirkungen. Nach entsprechenden Kinobesuchen oder Filmabenden zu Hause blieb der Schrecken in sämtlichen Gliedern zurück. Dann, spätnachts, die Bettdecke hochgezogen bis ans Kinn, begegnete man gespannt und mit schneller Atmung jedem Geräusch, ob vertraut oder auch nicht. Zurück blieb eine gefühlte Mischung aus Furcht, Spannung und Erleichterung, nicht das Objekt der Jagdbegierde irgend eines unfreundlichen Wesens zu sein.

Nun, diese Zeiten sind vorbei. Nach rund 10 Minuten „Filmvergnügen“ hatte ich bereits genug: Richtet sich die Gewalt in einem Horrofilm – oder wie in „ES“ ausgeübt durch einen misslaunigen Clown – insbesondere gegen Kinder, kann ich nicht mehr zuschauen.In der Pause habe ich das Kino verlassen. Da schau ich mir beinahe lieber eine Rosamunde Pilcher Verfilmung oder das „Traumschiff“ an. Ok und zugegeben, das ist jetzt vielleicht doch übertrieben. Trotzdem, wahrscheinlich hat dieses veränderte Konsumverhalten mit der eigenen Vaterrolle zu tun und dem Wunsch, Kinder vor jedem Ungemach schützen zu können. Möglicherweise wird man mit fortschreitendem Alter auch zunehmend emotional. Und das ist gar nicht schlecht.

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4 Kommentare

  1. Köstlich, als ich diesen Beitrag las, meinte ich, da schreibe ein Ghostwriter für mich. Wir versuchten es vorgestern und was soll ich sagen? Ich glaube, wir sind einfach 20 Jahre zu alt für ES und verliessen anderswie schmunzelnd in der Pause das Kino. 😉

    • Dominik Gemperli

      Vielen Dank für die Rückmeldung; genau, es liegt wohl am Alter, welches seine Spuren hinterlässt; alles Gute, einen schönen Tag und beste Grüsse!

  2. Ich bin absolut Ihrer Meinug. Der Film war teuer, aber eigentlich schlecht. Nicht zu vergleichen mit dem Buch. Diese Remake Welle an Filmen von Hollywood nervt langsam.
    Es geht nur noch ums Geld und die Kunst und Kreativtät bleibt dabei auf der Strecke. So nach dem Motto
    „Wir schauen, aber wir sehen Nichts“ Hauptsache die Kasse stimmt und die Filmproduzenten werden reicher dabei.
    Viele Grüsse Boris
    Und weiter so, sehr schön geschrieben.

    • Sehr geehrter Herr Schneider, ganz herzlichen Dank für die Mitteilung, welche mich natürlich ausserordentlich freut!
      Ich wünsche Ihnen einen guten Tag, beste Grüsse, Dominik Gemperli

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