4Feb

Verabschiedung von den „Grid Girls“

Die „Grid Girls“ gibt es nicht mehr. Nein, es handelt sie dabei nicht um eine amerikanische Popgruppe, deren Namen Sie heute zum erstem Mal gehört haben. „Grid Girls“ sind die leicht bekleideten Damen, welche an den Formel 1 Rennen die Fahrer mit Sonnen- oder Regenschirm vor den Naturgewalten bestmöglich bzw. mit vollem Körpereinsatz zu schützen wussten oder aber mittels Namensschilder den ungeübten Zuschauer über das Fahrerfeld aufzuklären versuchten. Es ist wohl der freizügigen Bekleidung geschuldet, dass diese gutgemeinte Information bei dem geneigten Betrachter oft nicht im Vordergrund stand.

Die Abschaffung der „Grid Girls“ folgte einer einfachen Begründung: Sie passen nicht mehr in die heutige Zeit, genau wie bei den Dinosauriern haben sich die Lebensbedingungen grundlegend geändert. Alice Schwarzer hat den „Grid Girls“ den ersten Schlag versetzt, die „Me too“ Debatte verpasste wohl den Todesstoss.

Verstehen Sie mich nicht falsch: Die „Me too“ Diskussion ist sinnvoll. Auch vor diesem Hintergrund würde ich die Aussage gar nicht wagen, die Formel 1 Rennen ausschliesslich wegen den Grid Girls angeschaut zu haben. Selbst eine Teilverantwortung für den Fernsehkonsum den „Grid Girls“ anzulasten, ist heikel. Schliesslich wird die Senderwahl auch von meiner Frau verfolgt. Bleibt wohl nur das Zugeständnis, die Abschaffung der eifrigen Helferinnen in ihren leuchtenden Outfits mit einem leichten Bedauern zu kommentieren. Politisch gerade noch korrekt und durchwegs dem erzieherischen Grundgedanken verpflichtet. Selbst wenn die Abschaffung der „Grid Girls“ mit einer wichtigen und fundierten Diskussion über den wertschätzenden Umgang mit Frauen nur – aber immerhin – oberflächlich betrachtet etwas gemein hat.

 

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