13Sep

Autobahnanschluss mit neuer Kantonsstrasse zum See

Am 17. November befinden die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger an der Urne über das Projekt Autobahnanschluss A1 mit neuer Kantonsstrasse zum See. Zwei Monate davor, d. h. am 17. September, findet dazu ein öffentlicher Informationsanlass im Haus Würth in Rorschach statt.

Auf Grundlage der weiterentwickelten Planunterlagen werden Bund, Kanton und die Gemeinden Rorschach, Goldach und Rorschacherberg das Vorhaben vorstellen. Diese Veranstaltung dient der Meinungsbildung über einen Abstimmungsgegenstand, welcher für die Region eine zentrale Bedeutung hat.

Abstimmungskampf läuft

Die Plakate der Befürworter und Gegner des geplanten Autobahnanschlusses mit neuer Kantonsstrasse zum See hängen mittlerweile überall in den Gemeinden am See und machen eines sichtbar: Der Abstimmungskampf hat begonnen. Am 17. November wird in den Gemeinden Rorschach und Goldach über dieses Grossprojekt abgestimmt. Das Verfahren richtet sich dabei nach dem Strassenverkehrsgesetz (abgekürzt StrG). Im Rahmen der Anhörung der Gemeinden nach Art. 35 StrG wird der Vernehmlassungsbeschluss der Räte von Rorschach und Goldach den Stimmbürgerinnen und Stimmbürgern zur Abstimmung unterbreitet. Die Gemeinde Rorschacherberg hat an der diesjährigen Bürgerversammlung bereits zugesichert, ihren Anteil an den Langsamverkehrsmassnahmen mitzutragen. Eine Urnenabstimmung findet in Rorschacherberg nicht statt.

Vor der Abstimmung soll nun von Behördenseite nochmals informiert werden. Der Direktor des Bundesamtes für Strassen ASTRA, der zuständige Regierungsrat sowie die Vertreter der drei beteiligten Gemeinden laden am 17. September zu einem Informationsanlass im Haus Würth in Rorschach ein. Dies ist bereits der zweite Anlass für die Öffentlichkeit, nachdem im August 2017 der Masterplan vorgestellt und im Anschluss einer öffentlichen Vernehmlassung zugänglich gemacht wurde.

Viel mehr als der Bau einer Strasse

Das nun vorliegende erweiterte Vorprojekt beruht auf den Aussagen des Masterplans, welcher Bund und Kanton gleichermassen überzeugt hat. Die beiden Staatsebenen tragen über 95 Prozent der Kosten für den Autobahnanschluss mit neuer Kantonsstrasse zum See. Diese Finanzierungszusicherung war nur möglich, weil mit dem Konzept eine optimale Abstimmung von Raum- und Verkehrsentwicklung aufgezeigt wird. So beinhaltet das Projekt viel mehr als den Bau einer neuen Erschliessungsstrasse mit direkter Anbindung an das übergeordnete Verkehrsnetz. Dem Vorhaben liegt ein Mobilitätskonzept zu Grunde, welches das Verkehrsregime zukunftstauglich gestaltet und auch Aspekte des Langsamverkehrs entscheidend mitberücksichtigt. Dadurch wird die Lebensqualität in der ganzen Region gesteigert. Zudem erfahren heute verkehrlich stark frequentiere Quartiere eine Entlastung vom Verkehr. Dies gilt insbesondere für den Bereich des Dorfzentrums von Goldach. Vom vorgesehenen Erschliessungskorridor profitieren rund 13’000 Pendlerinnen und Pendler, die schneller an ihr Ziel kommen. Aber auch die Wirtschaft und das Gewerbe ziehen Vorteile von den schnellen Anschlüssen an die Autobahn. Dies hilft, Arbeitsplätze zu sichern.

Es ist nicht so, dass bei einer Umsetzung des Projekts 200 Millionen Franken «verlocht» werden. Gelangt das Vorhaben nicht zur Realisierung, werden die Bundesgelder einfach in anderen Regionen investiert und unser Lebens- und Wirtschaftsraum bleibt unberücksichtigt. Es gibt keine zweite Chance für eine Zustimmung zu diesem Projekt.

Zusätzliche Unterführungen reichen nicht

Vielleicht meinen Sie an dieser Stelle zur Recht: Es ist nicht Aufgabe der Behörde, für ein Vorhaben zu werben. Die politischen Behörden bleiben im Vorfeld von Abstimmungen tatsächlich einer Neutralität verpflichtet. Es ist hingegen unsere Aufgabe, Projekte zu initiieren, welche den künftigen Herausforderungen gerecht werden. Gemäss den Prognosen des Bundesamtes für Raumentwicklung wird der motorisierte Verkehr bis ins Jahr 2040 um rund zwanzig Prozent zunehmen. Selbst mit den zusätzlichen Unterführungen im Mühlegut und beim Stadtbahnhof wird die heutigen Verkehrssituation diesen Mehrverkehr nicht aufnehmen können. So wichtig die Zentrumsentwicklung für die innerörtliche Entwicklung von Goldach bleibt, so zentral ist auch die Realisierung einer regionalen Entlastung als Ergänzung zu den innerörtlichen Massnahmen.

Natürlich gibt es auch Gründe, dieses Projekt nicht zu unterstützen, sei es vor dem Hintergrund einer persönlichen Perspektive als Direktbetroffene bzw. Direktbetroffener oder aus einer politisch-ideologischen Beurteilung. Unterschiedliche Haltungen und Meinungen gilt es auf jeden Fall zu respektieren. Und letztlich entscheiden einzig die Stimmbürger über die Realisierung des Vorhabens. Eines bleibt indessen gewiss: Für die Behörden wird es Ansporn und Verpflichtung sein, bei einer allfälligen Umsetzung dieses Projekts die Interessen von Anstösserinnen und Anstössern bestmöglich zu berücksichtigen. Daran werden wir uns messen lassen.

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2 Kommentare

  1. Avatar

    Seit Jahren ist zu lesen:

    Neue Autobahnen bringen mehr Verkehr. Das zeigt sich offensichtlich wieder einmal im Glatttal (NZZ 18. 3. 11): Wer zurzeit vor dem Gubrist im Stau steht, wird sich nach Eröffnung der zusätzlichen Spuren auf der Nordumfahrung künftig am Brüttiseller Kreuz gedulden müssen. Und nach dem Bau der Glatttalautobahn? Dann wird man im Raum Winterthur im Stau stehen. Es ist offensichtlich: Neue Autobahnen bringen keine Entlastung, sondern verschieben den Stau nur bis zum nächsten Engpass. Wie viele Milliarden werden wir noch in die Engpassverschiebung stecken, bis alle gemerkt haben, dass es immer irgendwo Stau gibt?

    Und in Goldach wird das bestimmt dann ganz anders sein……

  2. Avatar

    .. und dann gäbe es noch, nebst den beiden aufgeführten sehr persönlich/egoistischen Gründe einer ablehnenden Haltung, die ganz realen und zukunftsgerichteten Fakten, die eine Ablehnung dieses in einem veralteten rückwärtsgerichteten Gedankengut entstandene Projektes zwingend verlangen. Eine Überarbeitung des Projektes mit Berücksichtigung zukünftiger Entwicklung betreffend Mobilität wäre den nächsten Generation geschuldet… die Umwelt ist ja so schnell zerstört und das leider über eben diese Generationen hinweg sehr nachhaltig….

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