13Sep

Blickwinkel

Die Stadt St. Galler schenkt den Goldacherinnen und Goldachern das Kunstwerk «Fountain» von Simon Starling. Das Artefakt wurde als Kunst am Bau im Zusammenhang mit dem Neubau des Naturmuseums St. Gallen realisiert und erinnert an die Seewasserversorgung der Stadt St. Gallen. Treffend dazu wurde ein Ausstellungsgegenstand beim Hafen Rietli in Goldach platziert.

Sie kennen das Sprichwort, «einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul». Der Gemeinderat Goldach hat sich an diese Lebensweisheit für einmal nicht gehalten und führte – im übertragenen Sinn – mit einem scharfen Blick eine zahnmedizinische Beurteilung durch. Schnell blieb im Rahmen dieser Visitation klar, dass für die Annahme der Schenkung gewisse Rahmenbedingungen erfüllt sein müssen: So sorgt die Stadt St. Gallen für den Unterhalt des Kunstwerkes, haftet bei Schäden und trägt sämtliche Betriebskosten. Daneben blieb für die Vertreter der Gemeinde Goldach auch der Hinweis wichtig, dass mit der Bereitschaft zur Annahme des Geschenkes eine Erwartungshaltung verbunden ist: Die Stadt St.Gallen bzw. die Stadtwerke St. Gallen sind Eigentümerin der Liegenschaften «Rietli» und «Seegarten». Strategisch sind diese Parzellen für die Entwicklung unserer Gemeinde von hoher Bedeutung. Die Gestaltung des Seeufers, die bessere Erreichbarkeit der Promenade für die Fussgänger und den Langsamverkehr sowie ganz generell die einfache Anbindung von Goldach an den Bodensee hängen von der Möglichkeit ab, Projekte auf Grund und Boden der Stadt St. Gallen zu initiieren. Mit einem Wettbewerbsverfahren soll einerseits sichergestellt werden, dass die preislichen Vorstellungen der Stadt St. Gallen bestmöglich berücksichtigt werden und auf der anderen Seite eine Idee entwickelt wird, welche vor dem Hintergrund einer gesamtheitlichen Beurteilung tatsächlich umsetzbar bleibt. Eigentlich ein überzeugender Ansatz, meinen Sie nicht? Die Stadt St. Gallen kämpft seit Jahren mit finanziellen Herausforderungen und erhält nun Nachbarschaftshilfe aus Goldach. Durch einen Verkauf der Landreserven würden namhafte Gelder in die Staatskasse fliessen und sorgten somit für eine Entlastung des Stadthaushaltes. Aber die Stadt ziert sich weiterhin und kann sich nicht zu einem klaren Bekenntnis durchringen. Schade für die Stadt, schade für Goldach und schade für die Bevölkerung. Lippenbekenntnisse zur Standortpromotion und Wirtschaftsförderung sind einfach. Die oft proklamierte Metropolitan Region St. Gallen-Bodensee-Rheintal tönt gut auf dem Papier. Aber nicht nur die bibelfesten Leser wissen es längst: «An ihren Taten werdet Ihr sie erkennen». Also, Stadtrat, gebt Euch einen Ruck!

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