24Nov

Doktor honoris causa

Andrew Bond mag ich sehr. Er schreibt und singt lustige Kinderlieder, die oft eine tiefere Botschaft nicht vermissen lassen. Auch Roger Federer finde ich toll. Nicht nur als Tennisspieler, auch als Mensch scheint er über grosse Qualitäten zu verfügen. In Anbetracht all seiner sportlichen Leistungen auf dem “Boden” und geerdet zu bleiben, ist per se bereits eine Leistung, die nicht jedem gelingt und grossen Respekt verdient.

Im Rahmen des “Dies Academicus” wurden dem Musiker und dem Sportler die Ehrendoktortitel der Universität Basel verliehen. Eine Würdigung, die im Regelfall in erster Linie vor dem Hintergrund einer akademischen oder wissenschaftlichen Leistung zu begreifen bleibt. Verstehen Sie mich nicht falsch, ich mag es den Beiden gönnen. Federer ist ein Ballvirtuose und Bond hat eine schöne Stimme. Aber reicht dies wirklich für die Ehrendoktorwürde der theologischen (Bond) bzw. medizinischen (Federer) Fakultät? Persönlich müsste ich diese – sie ahnen es bereits – rhetorische Frage verneinen. Allen Erfolgen und menschlichen Qualitäten ungeachtet, empfinde ich diese zunehmende Tendenz der Verklärung stossend. Es reicht nicht mehr, der wahrscheinlich weltbeste Tennisspieler aller Zeiten zu sein oder ein netter Musiker mit guten Texten. Es braucht die Doktorenwürde honoris causa. In Federers Fall wird dieses Privileg mit der Animation bzw. Ermunterung des “gemeinen” Volks zur sportlichen Betätigung begründet. Wobei, in meinem Fall trifft dies leider nicht zu: Ich habe viele Erfolge von King Roger am Fernsehen verfolgt. Leider oft – zu oft – mit einer Tüte Chips in der Hand.

Wie dem auch sei, die heutige Zeit braucht anscheinend ihre Heroen. Ein Held in der Welt des Sports zu sein bleibt aber zu simpel, zusätzliche akademische Meriten sind gewünscht. An der Uni war ich auch einmal, zum Doktortitel reichte es nicht. Und meine Rückhand ist miserabel. Schlechte Aussichten also.

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