7Jan

Goldene Zeiten

Franzosen haben feine Geschmacksnerven und legen daher Wert auf eine gute Küche. Es ist somit kein Zufall, stammt das Wort Gourmand – die Umschreibung für einen Feinschmecker oder ein Schleckmaul schlechthin – aus dem Französischen. Kein Kostverächter ist anscheinend auch der Bayern-Spieler Frank Ribéry. Der Franzose liess sich für umgerechnet circa tausend Franken ein vergoldetes Steak servieren. Natürlich konnte die Sozial-Media Community an diesem Verzehr teilhaben. Schliesslich soll für jedermann erkennbar bleiben, dass er sich das gute Stück auch leisten kann.

Es ist durchaus erklärbar, dass die Reaktionen auf den ausgefallenen Fleischverzehr gemischt ausfielen. In einer Welt, in welcher immer noch viele Menschen Hunger und Not leiden, kann der Konsum von vergoldeten Speisen durchaus als deplatziert betrachtet werden. Mit solchen Reaktion muss man wohl rechnen. Der quirlige Franzose tat es anscheinend nicht, liess er seinen Emotionen auf den sozialen Kanälen ihren freien Lauf, indem Kritiker der fragwürdigen Darbietung aufs Übelste beschimpft wurden. Ein Fussballer der Extraklasse muss sich doch nicht vom gemeinen Volk sagen lassen, was opportun ist.

So schnell verliert man also die Bodenhaftung.  Ein paar – zugegebenermassen gekonnte – Tricks mit der runden Kugel und schon wähnt man sich etwas ganz Besonderes. Vielleicht Anlass genug, wieder einmal über die Heroisierung der Stars von Sport und Showbusiness nachzudenken. Ein wenig mehr Realitätsbezug wäre angezeigt.

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