10Aug

Schicksal

Vor wenigen Tagen wurde in St. Gallen ein junger Mann – nach heutigem Kenntnisstand völlig zufällig – Opfer einer Straftat. Die Messerattacke endete letztlich tödlich. Ein schockierendes Ereignis. Vorgestern verstarb in Goldach ein 17-Jähriger an den Folgen eines tragischen Motorradunfalls. Der Fahrer schlitterte über die Gegenfahrbahn und wurde von einem entgegenkommenden Fahrzeug erfasst. Hätte der Motorradlenker beim Sturz einige Sekuden später die eigene Spur verlassen, wäre die Kollision mit einem Auto vielleicht nie passiert. 

Beide Ereignisse zeigen eindrücklich, wie unserer Leben in wenigen Sekunden eine völlig andere Wendung erfahren kann. Zufällige und vielfach belanglose Entscheidungen – wie beispielsweise der Besuch einer Kaffeestube oder eines Restaurants – können letztlich darüber befinden, ob wir uns zur falschen Zeit am falschen Ort aufhalten. Keine philosophische Erkennntnis, dieser Sachverhalt ist uns allen bekannt. Und es ändert auch nichts am Wissen darum, dass uns jederzeit und überall das Schickal mit einer Härte treffen kann, welche unsere persönliche Welt aus den Fugen geraten lässt. Trotzdem – mir geht es jedenfalls so – gerät dieses Bewusstsein im alltäglichen Leben in den Hintergrund. Das ist sicher auch gut so. Es ist schlicht weder möglich noch hilfreich, sich mit allen Entscheidungen oder Risiken bis ins Detail auseinanderzusetzen, welche das eigene Leben in die eine oder andere Richtung lenken können. Letztlich bleiben unvorhersehbare Wendungen nicht vermeidbar. Das Schicksal ist wie eine Katze, die sich hinlegt, wo sie will.

Vielmehr denke ich, dass uns die vorstehenden Ausführungen vergegenwärtigen können, wie fragil und zerbrechlich sich das eigene Glück gestaltet. Diese Aussage und das Bewusstsein der Vergänglichkeit hilft vielleicht dabei, sich selber nicht “zu wichtig” zu nehmen und die eigenen Lebensbedingungen immer wieder aufs Neue wertzuschätzen. Nichts ist selbstverständlich. Erfreuen wir uns an den kleinen Dingen des Lebens.

 

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