19Apr

Widersprüchlich?

Grundsätzlich hege ich viel Sympathie für die jungen Menschen, die sich für den Erhalt der natürlichen Lebensgrundlagen engagieren und auf der Strasse mittels Demonstrationen ihren Unmut über die nach ihrer Einschätzung zu lasche Politik zum Ausdruck bringen. Ich bin weit davon entfernt, diese Aktionen zu belächeln. Das Anliegen ist wichtig und berechtigt.

Erstaunlicher finde ich eher, wie Politiker jeder Couleur – notabene in jahrelanger Kenntnis der wissenschaftlichen Untersuchungen zum Einfluss des Menschen auf die Natur und die Umwelt – nun auf den fahrenden Zug aufspringen und die Rettung des Klimas als ihr Thema proklamieren. Dabei wird ein Aktionismus gepflegt, der wahrscheinlich nur vor dem Hintergrund des medialen Interesse für die Helden der Klimadebatte zu verstehen bleibt. Greta Thunberg als Ikone der Bewegung dient vielen jungen Menschen als Vorbild und wird mittlerweile sogar vom Papst empfangen. Es mag also politisch klug sein und das Gebot der Stunde bleiben, sich dem Umweltschutz zu verschreiben. Nur, ist eine Poltitik, welche sich so offensichtlich dem Moment verpflichtet fühlt, auch glaubwürdig? Wäre es nicht vielmehr sinnvoll, im tiefen Bewusstsein der tatsächlichen Bedeutung des Themas zu argumentieren und die Segel weniger nach dem Stimmungsbarometer zu richten? Wo stehen wir tatsächlich, wenn der aktuelle „Hype“ nachlässt?

Und blenden wir auch die eigene Widersprüchlichkeit nicht komplett aus: Während die Sorge um das Klima in der Bevölkerung wächst, verringert sich die Blechlawine vor dem Gotthard nicht. Diese Ostern so wenig wie die Jahre zuvor. Auch die Reisebüros verzeichnen – der Klimadebatte zum Trotz – bereits wieder Rekordumsatzzahlen bei Ferienflugreisen. Gerade unter Beachtung dieser Ambivalenz zwischen eigenem Denken und Handeln erscheint mir eine Politik, welche sich an realistischen und umsetzbaren Zielsetzungen orientiert, wichtiger denn je. Nicht aus Bequemlichkeit, sondern zur Durchsetzung der gemeinsamen Forderung, den Schutz der Umwelt nachhaltig zu etablieren.

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